Quel malheur!

Tja, manchmal denkst du, du stehst im Wald..

Aber der Zipfel da am Horizont kann ja unmöglich das Waldstadion zu Homburg sein. Gewaldstadion würde besser passen. Denn Gewalt begegnete mir in diesem vermeintlich beschaulichen Kaff im Saarländischen gleich mehrere Male. Viele verbinden mit Homburg maximal noch den Aufstieg 1995, das 5 zu 0 im letzten Heimspiel gegen die Grünweißen, Bodo Brandt-Chollé, den sehr geilen Schiri. Jubelarien.

Aber die Auswärtspartien dort Anfang der 90er waren das Kontrastprogramm schlechthin. Richtig krasse Asozial-Szene. Klein, überregional wenig von sich reden machend, aber seit Jahrzehnten wilde Abenteuer in die weite Welt der Bildungsferne unternehmend.

Bei meinem ersten Besuch damals kaum aus dem Gefährt ausgestiegen, keine fünf Quadratmeter Homburger Boden betreten und schon auf eben diesen hingemault, weil einen eine fiese Schelle einer noch fieseren Homburg-Kutte - heutzutage "Sucker Punch" genannt - unvermittelt auf die Zwölf traf. Geilste Begrüßung aller Zeiten...

Eigentlich darf ich das Derby von vor drei Tagen nicht einfach so übergehen, aber um ehrlich zu sein bin ich in meiner Meinung absolut mittig gespalten, kann mich immer noch nicht festlegen, zu welcher Seite des Grats ich abstürzen soll. Dann noch diese vermaledeite Höhenangst, es ist ein Elend!

Entscheiden, ob der letzte Freitag letztlich ein guter oder schlechter Tag war, möchte ich erst nach den beiden folgenden Spielen. Sollten beide gewonnen werden, wovon auszugehen einen ja noch lange nicht der Arroganz verdächtig macht, würde dieses Unentschieden gegen den hsv nämlich durchaus in einem etwas anderen Licht erscheinen, nicht mehr so spürbar den Makel des Rückschlages anhaften haben.

 

Ansonsten freue ich mich mitteilen zu dürfen, dass meine Last mit der Technik der Vergangenheit angehört, weshalb hier auf dem Blog ab sofort wieder gewohntes Tempo gefahren werden dürfte, sofern nicht wieder ein Defekt auf den Keks geht.

Fahren ist bei der aktuellen Witterung ja eh etwas diffizil. Hatte eigentlich vor, meinen gesamten Hass auf Winterwetter hier in epischer Breite unter der Überschrift "Oschneemine!" zusammenzufassen, doch alle, die ich heute darauf ansprach, lieben offenbar diese weiße Scheiße, die einem als Radfahrer das Leben schier zur Hölle machen kann. Bei solch einem Feedback fühlst du dich schnell in die Minoritäten-Rolle gedrängt, fürchtest weitere Kämpfe gegen Windmühlen, lässt die Frost-Kapriolen einfach über dich ergehen und zählst die Stunden, bis irgendwann diese ach so tolle Pracht Plusgraden zum Opfer fällt.

Vielleicht doch die Navigation nochmal ändern, weiter geradeaus, in Südfrankreich hat's bestimmt nicht geschneit...